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Von Helsinki nach St. Petersburg

Donnerstag, 7. Juni

Nach zwei Tagen Helsinki geht heute die Reise weiter ins das eigentliche Ziel. Das Navi weist 370 km bis St. Petersburg aus, vielleicht fahren wir auch nur eine kurze Etappe bis nach Vyborg. Mal schauen, wo wir landen.

Wir landen in Vyborg am späten Nachmittag. 

Aber alles der Reihe nach, erst einmal einige Bemerkungen zu Helsinki:  Die zwei Tage intensiver Stadterkundung haben uns äußerst gut gefallen. Wir haben soo viel gesehen, soo viele Eindrücke gewonnen und die Zeit richtig genossen. Helsinki ist richtig schön!  Helsinki wäre noch viel schöner, wenn es doch nur fünf  (5) Grad wärmer und weniger windig wäre.

Und nun zu unserer Tagesfahrt.  Gegen 10:00h verlassen wir den Campingplatz, sind kurz darauf auf der Autobahn und steuern nach ca. 100km einen Parkplatz für das Frühstück an. Wir sind nicht weit von der Grenze entfernt. Eigentlich wollten wir ja hinter der Grenze billig tanken, aber Dieter hat -wie so oft- das Tankglück zu lang ausgereizt, so dass wir noch auf finnischer Seite teuren Diesel  bunkern müssen.

 

 

Der Grenzübertritt - finnischer Grenzposten:  eine ca. 500m lange Warteschlange mit russischen Fahrzeugen, in die wir uns einreihen. Der freundliche Hintermann deutet an, wir sollten die Nebenspur, völlig frei, nutzen. Die sei für EU Reisende.  Gesagt, getan.  Stolz fahren wir an der Schlange vorbei, parken am Grenzhäuschen, zeigen Reisepässe, KFZ-Schein und FAN-ID und schwupps haben wir nach fünf Minuten Finnland verlassen.

Der Grenzübertritt - russischer Grenzposten 2 km weiter:   mehrspurig werden die Autos nach Ampelschaltung zum Grenzhäuschen vorgelassen. Stolz zeigen wir, als wir nach 15 Minuten an der Reihe sind, die Reisepässe, KFZ-Schein und FAN ID.  Sie ist nicht unfreundlich, unsere Grenzbeamtin, lächelt auch mal ab und zu, leider kommen wir nicht weiter. Immer wieder schaut sie sich die Dokumente an, tippt Daten in den Computer, die Nachbarbeamtin komm zu Hilfe, ein dritter Beamter gibt wertvolle Tipps. Mehrere Telefongespräche werden  geführt. Nun sind weitere 15 Minuten vergangen und es ist draußen lausig kalt und windig. 

Der nächste Schritt:  Bitte das Wohnmobil umsetzen, denn es blockiert die Spur.  (die finnischen Reisenden mit ihren PKW´s sind ruckzuck durchgeschleusst.  Wir sollen im Auto warten, bis die "Angelegenheit" geklärt ist.  Warten wir nun schon eine zusätzliche halbe Stunde oder länger?  Unser Erklärungsversuch:  der Computer kommt mit der FAN-ID, die ja das Visum ersetzt, nicht klar. Irgendwann erscheint ein richtig wichtiger Grenzbeamter   (in Uniform und schicker Mütze), händigt die Dokumente aus und erklärt, es ist alles in Ordnung, es kann weitergehen. 

Der nächste Schritt:  können wir nun weiterfahren?  Nein - natürlich nicht, denn 10m weiter wartet ja der Zoll auf uns. Haben wir die Zollpapiere in zweifacher Ausfertigung ausgefüllt?  Natürlich nicht, denn man hat uns keine Formulare gegeben. Also, ausfüllen, was man so ausfüllen kann  ( Fiat, Ducato, ccm, PS, Fahrgest. Nr., noch einmal die Passnummer ... und Unterschrift).  Alles ist fertig, die Zollbeamtin im Zollhäuschen  tippt alles ein, kopiert, händigt die Papiere aus. Zurück zum Womo, auf den Zollbeamten warten, der das Fahrzeug kontrollieren wird. 

Der nächste Schritt:  können wir nun weiterfahren?    Nein - natürlich nicht, denn der  Zollbeamte  (wir nennen ihn "Herr Grimmig")  deutet emotionslos, Kaugummi kauend auf den Motorroller am Heck.  Haben wir die Zollpapiere in zweifacher Ausfertigung ausgefüllt?  Nein, natürlich nicht, denn wir haben es nicht gewusst.   Also, ausfüllen was man so ausfüllen kann  (Daelim, Model Otello, 125ccm, noch einmal die Reisepassnr... Unterschrift.)   Zurück zum Zollhäuschen, die Beamtin tippt erneut alles ein, kopiert und händigt uns die Dokumente aus.

Der letzte Schritt:  Herr Grimmig und eine junge Kollegin müssen das Fahrzeug kontrollieren! Beide steigen ins Wohnmobil, werfen ein Blick nach links, nach rechts - und dann war es das!  Kein Blick in die Schränke, kein Blick in den Kühlschrank, kein Blick in die Heckgarage - was hätten wir doch Wein und Sekt mitnehmen können.

Wir sind in Russland.     Noch 50km bis Vyborg - St. Petersburg hätten wir heute eh nicht mehr geschafft.

Zweieinhalb Stunden hat die gesamte Prozedur gedauert.  Irgendwelche Reiseerleichterungen im Rahmen der Fußball WM haben wir uns anders vorgestellt, nerviger hätte es nicht sein können!

 

Добро пожаловать в Россию!    Herzlich Willkommen in Russland.

 

Wo sollen wir unser Nachtlager aufschlagen?  Gottseidank gibt es im Internet einige Reiseberichte, die uns helfen: das Hotel DrushbaГостиница Дружба  bietet einen bewachten Parkplatz.  Drei andere Womos stehen schon hier. Nun erst einmal ausruhen, alls sacken lassen ....Achja, was haben wir vorher noch gemacht?  Christina hat in einer Seitenstraße einen Bankomaten entdeckt - also erst einmal Rubel besorgen. Und gleich nebenan finden wir einen Handy-Laden. Eine Sim-Karte für den mobilen Router ermöglich uns den Zugang zum Internet ... und wir können den heutigen Bericht anfertigen.