· 

Wie viele Chinesen passen in 1 Wohnmobil?

Die Nacht auf dem Parkplatz verläuft ruhig. Nur kalt ist es heute Morgen, nach dem gestrigen Regen. Die Buden mit den Souvenirs und Devotionalien öffnen auch schon zeitig, so dass Christina noch einige Andenken kaufen kann.

 

Ca. 350 km liegen vor uns, denn wir werden heute noch nicht bis nach Moskau fahren, sondern in Tver Station machen. 350 km sind eine gute Tagesetappe – zumindest auf russischen Straßen.   Wir sind immer wieder erstaunt über die Fahrweise mancher  Menschen – eine Tempobeschränkung bzw. eine durchgezogene weiße  Doppellinie scheinen nur eine grobe Orientierung zu sein.   Es gibt allerdings auch einige, die sich daran halten!  Aber für uns sind 90km/h eine gute Reisegeschwindigkeit.

Tver taucht auf – wohin fahren wir?   Keine Ahnung, erst einmal Richtung Zentrum.

Mit Smartphone und Google Maps versuchen wir ein Hotel mit bewachtem Parkplatz zu finden. Erfolglos. Zufällig stehen wir vor der Stadtbibliothek, Dieter geht hinein, um nach einem Parkplatz zu fragen.  Die erste Dame an der Rezeption  verweist an die zweite Dame gegenüber. Diese denkt lange nach, kennt aber keinen bewachten Parkplatz in der Stadt.  Sie zeigt Dieter an, mitzukommen in die erste Etage in die Verwaltung, dort sitzt die Leiterin mit zwei Assistentinnen.  Eine ältere Dame, elegant gekleidet, eloquent und hilfsbereit. Es gibt keinen bewachten Parkplatz für ein großes Auto, in dem man auch schlafen kann, in der Stadt.  Langes Nachdenken – ein Griff zum Telefonhörer – und das Problem ist gelöst:  8 km außerhalb Richtung Moskau liegt das „Park Hotel“, direkt an der Wolga.  Damit sind wir quasi angemeldet!    Fünfzehn Minuten später biegen wir in die lange Einfahrt zum „Park Hotel“ ein und werden schon erwartet … ein Stromkabel ist gelegt, ein Wasserschlauch liegt parat!  An der Rezeption zahlen wir 1200 rb, etwa 16 € und anschließend gibt es den obligatorischen Begrüßungstrunk nach einer langen Fahrt.

 

 

Der Tag ist aber noch nicht zu Ende, denn es muss ja noch die Frage beantwortet werden, wie viele Chinesen in ein Wohnmobil passen!  Ein Reisebus taucht uns und parkt direkt neben uns,  der Fahrer winkt freundlich und erklärt, er habe eine Gruppe Chinesen an Bord.   Hätte er gar nicht erklären müssen, denn plötzlich waren wir umlagert … Foto über Foto … ein Blick hinein ins Womo,  zustimmende Blicke… ein Schritt auf die Trittstufe, und schon war der erste drin und schaute sich staunend  unser Ensemble an.  Bericht an die Gruppe, und schon traute sich die zweite Chinesin … insgesamt waren es fünf, so denken wir!   Das werden wir auch nie vergessen!

 

 

 

Hier noch einige Eindrücke von der Fahrt.

Wir finden auch noch eine der "alten" Tankstellen, wo man vor dem Tanken   die Menge angeben und an der Kasse bezahlen muss. So macht Dieter es auch - leider gibt es keinen Diesel mehr.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Volker (Mittwoch, 13 Juni 2018 21:33)

    Die tägliche Abendlektüre! Und wieder ganz herrlich! Einfach nur spannend.

  • #2

    Anne (Donnerstag, 14 Juni 2018 09:25)

    Das mit den Chinesen kommt mir irgendwie bekannt vor. Sehr typisch und einfach nur lustig! :-))
    Wie freundlich, dass sich so um Euren Wohnmobilstellplatz gekümmert wurde!