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Unglaubliches Moskau

Bevor der Tagesbericht über Moskau geschrieben wird, ein Wort vorweg:   Noch nie (da sind wir uns beide einige) hat uns eine Stadt dermaßen beeindruckt und  mit ihrer Größe, ihrer Pracht in den Bann gezogen.

Die Sonne scheint heute Morgen wieder, so 25° mögen es etwa werden, das erleichtert die Kleiderauswahl.  Ein kraftspendendes Frühstück und dann geht es los – die Erkundung von Moskau, dem östlichsten Ziel unserer Reise. Aber wie gelangen wir in das Zentrum, wenn es überhaupt ein Zentrum in einer Millionenstadt gibt?  Die Straßenbahnlinie führt etwa 200m am CP vorbei. Linien 11 und 25 stehen auf dem Schild, also gut merken für den Rückweg!  Wie ist der Name der Haltestelle? „Институт Иностраннйх Языков  Fremdspracheninstitut.  Das wird klappen.  Das Ticket wird vorne bei der Fahrerin gekauft, 55rb für eine einfache Fahrt pro Person. Erst einmal hinsetzen und durchatmen. Ein freundliches Ehepaar gegenüber deutet an, die Tickets müssten noch entwertet werden,  das übernehmen sie für uns an einem kleinen Automaten. Спасибо“!  Endstation der Bahn ist die Metrostation, etwa 300m entfernt. Können wir uns das merken? Ja, denn der Platz wird Überragt von einem  glitzernden Monument,  einem Raketensymbol.  Hier entsteht das neue „Kosmos-Museum“, an dem noch heftig gebaut wird.  Unser Campingplatz-Chef gab die Empfehlung ein Dreitagsticket zu kaufen – gesagt, getan.  Die Dame an der Kasse versteht Dieters Wunsch und händigt zwei  Tickets in Kreditkartenform aus.  Und nun der Kampf mit den U-Bahnlinien. Aber wir schaffen es, mit Umsteigen.

Am Manegenplatz steigen wir aus und  sind sofort erschlagen von den gewaltigen Ausmaßen dieses Ensembles.  Links das riesige Nobelhotel „Four Seasons“, geradeaus  das „Historische Museum“ mit einer Reiterstatue, rechts die Glaskuppel des unterirdischen Einkaufszentrum „“Ochotny Ryad“.  Ja, hier ist „die Hölle los“!  Der Platz ist überlagert von Fußballfans, alle  möglichen Schlachtrufe (Peru ist eindeutig in der Überzahl)   Zum ersten mal in diesen vergangenen zwei Wochen spüren wir WM-Fieber, und zwar hohes Fieber, wir sind sofort infiziert.  Ein Kamerateam filmt den „Wettkampf“ zwischen einem argentinischen und einem brasilianischen Fan … Ball-Hochhalten…   Argentinien gewinnt

 

Wie geht es nun weiter?  Wir orientieren uns an unserem  Reiseführer aus dem „Nelles-Verlag“.  Ein Rundgang um den Kreml soll eine erste Orientierung sein.  Ein Spaziergang von 2,2km Länge.

 

 Kreml ?  Das ist doch der russische Regierungssitz, aber noch viel mehr. Kreml“ bezeichnet eine alte Festungsanlage mit  massiven Außenmauern, oft an einem Fluß gelegen. (Hatten wir auch schon in „Veliki Nowgorod“)

 

Vom „Historischen Museum“ aus spazieren wir nach Süden, entlang der mächtigen Kremlmauer und passieren  zuerst  das „Grab des unbekannten Soldaten“. Hier werden bei Staatsbesuchen  stets Kränze abgelegt. „…Zehn dunkelrote Porphyrblöcke enthalten jeweils die Erde jener „Heldenstädte“  der Sowjetunion, die im 2. Weltkrieg am meisten gelitten hatten.  ..“  Es folgt die “Grotte  am Mittleren Arsenalturm“, noch diverse andere Türme, bis wir zur Moskwa gelangen.  Hier folgen wir dem Fluss nach links, nach weiteren 500m  wieder nach links und dann stehen wir vor dem Wahrzeichen des Kreml, Wahrzeichen Moskaus, der Basilius-Kathedrale  am Roten Platz.  Der Platz ist momentan durch Gitter gesperrt, eine Tribüne wird abgebaut, aber Photos sind allemal möglich.

 

Der Rote Platz wir rechterhand begrenzt von dem wohl berühmtesten Kaufhaus Moskaus, dem GUM. Einmal durch das GUM schlendern, Edelboutiquen bestaunen, ist ein Muss!  Im 3. Stock befinden sich zahlreiche Restaurants diverser Geschmacksrichtungen und Preisklassen.  Wir lassen uns nieder, erholen uns und sammeln Kraft bei einem Salat und einen Heineken-Pils.

 

Wie geht es weiter?  Noch einmal  zurück  zur Basiliuskathedrale, aber die ca. 100m lange Schlange am Ticket-Office sagt uns, dass wir heute auf eine Innenbesichtigung verzichten. Und Ikonen hatten wir in den letzten Tagen schon genug.  Also ein Spaziergang zur Moskwa hinunter, vorbei an einem völlig neuen „Media Zentrum“, einer neu konzipierten Gartenlandschaft  mit einer Aussichtsplattform über der Moskwa. 

 

10€ bezahlen wir p.P. für die 1 ½ stündige Bootsfahrt bis hin zum Kiewsker Bahnhof.  Den Kreml bestaunen wir erneut Wasser aus, an einer Flussinsel beeindruckt das monumentale Standbild von Peter dem Großen,  dann geht es entlang des Gorki Park, vorbei an der Tretjakov-Galerie.  Wenig später taucht das Lushniki-Stadion auf, das am Sonntag zum Zentrum unseres Interesses wird. Im Hintergrund taucht ein Komplex von  5 Wolkenkratzern auf, ein neues Finanzzentrum? Gebäude dieser Art kommen uns von Dubai bekannt vor,  könnte auch La Defence in Paris sein. Einfach unglaublich. Und schließlich der Kiewsker Bahnhof -  Endstation!

 

Der Tag ist schon vorangeschritten, aber irgendwie sind wir euphorisiert, haben noch Energie, um mit der Metro eine weitere Attraktion Moskaus zu  erkunden, den Arbat.  Eine ca. 1km lange Fußgängerzone, die sog. Künstlerstraße. Heute eher eine Ansammlung von Souvenirläden, Pseudo-Antiquitäten, aber mit zahlreichen Live-Musikern, Break-Dancern, Restaurants   und dem Wohnhaus von Alexander Puschkin.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Paola Digregorio (Samstag, 16 Juni 2018 22:37)

    Mit diesem Beitrag konnte man mitreisen.

  • #2

    Gabriele Grüber (Sonntag, 17 Juni 2018 15:54)

    unfassbar,im GUM war ich zu Brechniev Zeiten, :leichter Wiedererkennungswert aber :Ware anschauen, Bon holen anstehen, an der Kasse mit Bon bezahlen anstehen, Mit Quittung bei der Warenausgabe Stempel anstehen, Mit Beleg Ware abholen anstehen, was hat sich hier getan !!!!!

  • #3

    Gabriele Grüber (Sonntag, 17 Juni 2018 16:03)

    Den Brunnen im Gum gibt es noch, wo ist mein Foto von damals ? Die Basiliuskathedrale war eingerüstet, also nicht zu besichtigen, sonst Stadt und Platz leer, heute eine Weltmetropole läßt grüßen, bin überwältigt und verstehe eure Begeisterung