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Ankunft in Riga

Dienstag, 19. Juni

 

Frühmorgens verlassen wir den romantischen Stellplatz am See.  Am Abend wird der Tageskilometerzähler 555 km mehr aufweisen, aber diese Kilometer wollen erst einmal bewältigt werden auf der 2-spurigen, allerdings gut ausgebauten Nationalstraße M9.   Bei 6-7 Stunden kalkulierter Fahrzeit könnte man so  gegen  16:00h  in Riga, der Hauptstadt Lettlands,  sein.  Aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht – und der Wirt, das sind  die Zollbeamten auf russischer und lettischer Seite, auf die wir um 12:15h  nach 250 km an der Grenze treffen.

 

Der Vor-Kontrollierer winkt uns nach 1 Minute Wartezeit  freundlich lächelnd  weiter zum Zoll.  Hier gibt es vier Spuren, drei mit einem roten Zeichen (Goods to declare) und eine mit dem grünen Zeichen (Nothing to declare).  Wir fahren nach „grün“, nur fünf Autos sind  vor uns. Lässt sich gut an. In den „roten“  Spuren eine lange Schlange. Aber was passiert?   Kaum etwas! Es gibt eine „Haupt-Zoll-Kontrolleurin“,  die mit einem Spiegel an einer Art Selfiestick jeden Unterboden jedes Autos checkt!  Und sie wandert von Spur zu Spur, ohne Eile.  Und jeder PKW muss alle Gepäckstücke aus dem Auto holen und öffnen.  Irgendwann sind wir dran:  Motorhaube öffnen, alle Außenstaufächer, Kontrolle des Innenraumes, alle Schränke, Kühlschrank …. Ok!  Fünf Meter vorfahren an das Häuschen mit dem kleinen Schiebefenster – die Zolldeklaration  für Womo & Roller von  der Einreise aus  Finnland muss vorgelegt werden, alle Daten werden in den Computer eingegeben und überprüft. Das dauert.  OK!  Das gleiche Häuschen, fünf Meter weiter, anderes kleines Schiebefenster.  Reisepässe, FAN-ID und Migrationszettel werden überprüft und photokopiert.   OK!  Warum wird der Migrationszettel  einbehalten?  Brauchen wir den nicht bei der erneuten Einreise nach Kaliningrad?  Nein – da müssen neue Formulare ausgefüllt werden. 

 

Geschafft – wir haben Russland verlassen, in 500m  kommen wir nach Lettland, in die EU – wir sind ja stolze EU-Bürger.   Eine erste Schranke, an dem Stopp-Schild anhalten und 2 Formulare abholen, ausfüllen.  Eine grüne Ampel zeigt irgendwann an, dass wir hundert Meter weiter zum lettischen Zoll fahren können.  Kann es sein, dass Unfreundlichkeit ein Einstellungskriterium für Zollbeamte ist?  Zwei Zöllner umkreisen das Womo,  Besichtigung des Innenraumes – alle Dokumente, grüne Versicherungskarte wandern wiederum an ein kleines Häuschen, kleines Schiebefenster, alle Daten werden in den Computer eingegeben – OK!  Was nun?  Sind wir fertig?  Nein,  „Next window“, nächstes Fenster im selben kleinen Häuschen.  Alle Dokumente erneut abgeben,  die mittelalte Kontrolleurin  hat Schwierigkeiten, das Wort „Ducato“ aus dem Fahrzeugschein  an unserem Womo zu finden,  da steht nur „Carthago“.  Sie kommt aus dem Häuschen, geht zwei mal um das Womo herum, kontrolliert den Innenraum  ( hat fünf Meter vorher schon der Zoll gemacht ) – haben wir Milch- und Fleischprodukte dabei?  Nein, haben wir nicht! 

 

Geschafft – wir sind in der EU!   Wie kann man Christinas Laune beschreiben?  Der Gesichtsausdruck spricht Bände!   Wir nehmen uns vor, die schlechte Stimmung nicht Oberhand gewinnen zu lassen. Knappe vier Stunden haben wir „verloren“, aber wir müssen ja noch nach Riga. 

Die ersten Storchennester!

 

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