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Zwei Tage in Kaliningrad

Sonntag,   24.. Juni

 

Wir lernen Kaliningrad kennen.

 

Der heutige Sonntag dient der Stadtbesichtigung.  „Dimi“  bringt uns um 12:00h mit seinem Taxi ins Zentrum, wo wir gestern schon zum Ticket-Abholen waren. Wir verabreden die Rückfahrt für 16:00h und in der Zwischenzeit  wird diese Stadt zu Fuß erforscht.

 

Am Zentralplatz leuchtet weithin die goldene Kuppel der „Christ-Erlöser-Kirche“, wieder ein Muster orthodoxer  Baukunst und Innenausstattung.  Mächtige Fresken bekleiden die Wände, z.B. der „Kreuzweg“, und im Innenraum finden sich diverse Ikonen, vor denen Gläubige sich bekreuzen, verneigen und küssen und eine Kerze aufstellen.

 

Ebenfalls am Zentralplatz  stehen  zahlreiche "Volunteers",  Helfer, die den Fußballtouristen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

 

Der nächste Weg führt uns in das Einkaufszentrum „Europa“, gleich auf der anderen Seite des Zentralplatzes. Ein Konsumtempel der feinsten Art, wie er auch in jeder westlichen Großstadt zu finden ist. Und das Gute:  alle Geschäfte haben geöffnet, hier herrscht ein reges Treiben. Da wir zwei Tage lang kein Internet hatten, steuern wir auf den Samsung-Laden zu und lassen uns helfen:   der junge Mann stellt fest, dass Christinas russisches  Guthaben aufgebraucht ist und dass der mobile W-Lan-Router, mit dem Dieter ins Internet kommt, ein Reset verlangt. Beide Probleme werden gelöst, Erleichterung kommt auf. Da müssen wir uns doch erst einmal ausruhen und in der „Gelateria Italiana“ ein „Мароженое Спагетти ein Spaghetti-Eis essen.

 

Wohin nun?  Den großen „Leninskij Prospekt“ hinunter, vorbei am FAN-Fest, Königsberger Dom mit „Immanuel Kant Museum“.   Die Füße melden sich allmählich.  Also langsam wieder zurück, im großen Spar Supermarkt noch einige wichtige Lebensmittel kaufen (u.a. Champanskoe) und dann wartet „Dimi“ auch schon auf uns.

 

Gegen 17:00h sind wir zurück am Womo, schnibbeln Aubergine, Zuchini, etc.  für ein leckeres Ratatouille mit Hähnchenbrustfilet. Im TV läuft Polen vs. Kolumbien.

 

Montag,   25.. Juni

 

Heute ist Fußballtag! 

Die Karten für das Spiel Spanien vs. Marokko kommen zum Einsatz.

 

Heute steht eigentlich nur das Fußballspiel an, und so lassen wir uns morgens Zeit mit dem Frühstück, erledigen "Hausarbeit" und machen zwischendurch einige erstaunliche Beobachtungen:   Ein PKW fährt vor, eine Dame wartet im Auto. Ein weiterer PKW fährt vor,  ein Mann steigt aus, kurze Begrüßung und dann verschwinden beide in ein Zimmer dieses "Motels", an dem wir stehen. Eine halbe Stunde später:  ein SUV fährt vor, ein älterer Mann mit Anzug und Krawatte steigt aus, ein weiterer PKW fährt vor, eine junge Frau steigt aus, beide verschwinden in ein Zimmer dieses "Motels". Kurz darauf:  Schicker Mercedes fährt vor, älterer Herr und junge Dame steigen aus, rauchen eine Zigarrette und verschwinden dann in ein Zimmer dieses "Motels".  Ja - wie soll man das deuten?  Wo sind wir gelandet?

 

Mit „Dimi“ ist Folgendes vereinbart:  er holt uns um 14:00h ab und lotst unser Womo in Stadionnähe zu einem bewachten Parkplatz, von dem aus wir zu Fuß zum Stadion gehen können.  „Nur zehn Minuten“, sagt er. Aus den zehn Minuten werden abends  45 Minuten, aber das macht nichts, es gibt eh keine andere Möglichkeit.   „Dimi“ ist pünktlich, hat jedoch nicht einkalkuliert, dass am frühen Nachmittag schon alle Hautstraßen, die zum Stadion führen, gesperrt sind. Es beginnt eine nervenaufreibende Fahrt durch Nebenstraßen, Umgehungsstraßen, über einen Supermarktparkplatz, mit viel, viel Kopfsteinpflaster und viel, viel Stau!  Nach mehr als zwei schweißtreibenden Stunden landen wir auf dem Parkplatz des IBIS-Hotels am "Peter der Große Kai" in der Nähe des "Weltozeanmuseums".  Hier ist es gut, hier ist es sicher, von hier kann man zum Stadion laufen.  Zwei Stunden haben wir noch Zeit, um uns auszuruhen, dann marschieren wir los!

 

Wir folgen einfach dem Strom der Fans - Marokko ist eindeutig in der Überzahl.  Nach ca. 2 km treffen wir auf ein neuerrichtetes, wunderschönes Stadion, passieren den Eingangscheck (wie am Flughafen) und sitzen schließlich in Block D117, Reihe 17, Platz 1 und 2. Wir sitzen ungefähr an der Eckfahne hinter dem Tor der Marokkaner, u.a. in einem durchweg marokkanischen Block. Hier ist schon eine Stunde vor Spielbeginn der sprichwörtliche "Bär los".  Und als dann das 1:0 für Marokko fällt, gibt es kein Halten mehr, niemand sitzt mehr auf seinem Platz.

Im Folgenden einige Bilder aus dem Stadion:

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