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Ein Kurztripp zum Skilaufen in Zeichen von CORONA

Donnerstag, 12. März

 

Wir nehmen uns vor, ca. zehn  Tage nach Österreich zu fahren, um endlich mal wieder Schnee und Ski unter den Füßen zu spüren.

In zwei Etappen sollen die 800 km bewältigt werden und so wählen wir als  Zwischenstopp  das wunderschöne Städtchen  Rothenburg o.d. Tauber.  Der Stellplatz ist fußläufig zur historischen Altstadt und so lassen wir uns auch vom Regen nicht von einem Gang zu den alten Mauern, den Stadttoren und dem beeindruckenden Marktplatz abhalten.   Es wird heute nicht im Womo gekocht, die Ratsstube lädt uns geradezu zum Abendessen ein.  Forelle blau und Sauerbraten mit Blaukraut sind heute im Angebot.

Achja - Corona!  Aus dem Radio erfahren wir, dass ab Montag (nicht nur) in NRW alle Schulen, Kitas, etc.  schließen.  Betrifft uns im Moment eigentlich nicht, da der Schulbesuch schon 50 Jahre her ist.

 

Freitag, 13. März

 

 

Heute Morgen erfahren wir aus den Nachrichten, dass die Bundesländer Salzburg und Tirol  die Skigebiete ab Montag, 16. März schließen.

 

Was also tun?  Umkehren - ein neues Ziel aussuchen?  Da wir eh schon mehr als die Hälfte der Entfernung hinter uns gebracht haben,  entscheiden wir  wenigstens für zwei Tage in unser Lieblingsskigebiet, auf den Kaunertaler Gletscher zu fahren.

 

Vorbei an Ulm, Füssen, über den Fernpass erreichen wir Prutz und biegen in das Kaunertal ab. Gegen 17.00h starten wir – nachdem an der Mautstation der Pass für 2 Tage erworben wird – die Bergfahrt:  25 km geht es in etlichen Haarnadelkurven hinauf.  An der Ochsenalm  (1900m) müssen die Schneeketten angelegt werden, dann stehen uns noch weitere  800 Höhenmeter bevor.

 

Samstag, 14. März

 

 

Eigentlich prognostiziert  der Wetterbericht  Wolken und Sonne (was uns vom Skilaufen nicht abgehalten hätte), aber … es schneit – erst leicht - dann immer stärker – heftigster Schneefall den ganzen Tag. Die Sichtverhältnisse sind ernorm schlecht. An Skilaufen ist also -obwohl wir bestens vorbereitet sind- überhaupt nicht zu denken.

 

Sonntag,15. März

 

Feinster Sonnenschein schon am frühen Morgen. Das wird unser Skitag -  bestens präparierte Pisten – Sonnenschein.

 Ja, was so freudig beginnt, endet allerdings auch recht schnell: ein Mitarbeiter der Bergbahn kommt zu unserem Womo und erklärt, dass das Skigebiet (trotz idealer Bedingungen) nicht geöffnet wird.

Der Grund ist einleuchtend:  es wird befürchtet, dass viele Skiläufer aus den anderen geschlossenen Tiroler Skigebieten (Paznauntal, Ischgl) zum Kaunertaler Gletscher kommen, um den letztmöglichen Skitag hier zu verbringen.

 

Bis zum Mittag müssen wir den Parkplatz verlassen haben, dann werden die Schranken an der Mautstation geschlossen.  

Na, das ist ja wirklich ein toller Kurztripp in den Schnee!

 

Was tun?   Wir beschließen, das schöne Wetter weiterhin zu genießen und fahren zum Bodensee!

Wir kennen Bregenz, Lindau, Konstanz.  Welche Stadt kennen wir noch nicht? Welche Stadt bietet sich an?   MEERSBURG! 

 

Der  schöne -relativ zentrumsnahe- Stellplatz ist schnell gefunden, die Stühle aus der Garage geholt und bei einem  Begrüßungs-Aperol lassen wir diesen aufregenden Tag Revue passieren. 

Montag, 16. 3.  / Dienstag, 17. 3.

 

Wir wollen Meersburg erkunden.  An der mittelalterlichen Burganlage führt natürlich kein Weg vorbei!. 

Was macht die Burg für uns, die mittlerweile im Geburtsort der Dichterin Anntte von Droste Hülshoff wohnen, noch so interessant?  Anette ist desöfteren den kalten Wintern des Münsterlandes entflohen und hat den Winter auf dieser Burganlage verbracht.

Hier in Meersburg ist Annette von Droste Hülshoff gestorben und auch begraben.

 

In einem Turm dieser Burganlage hat Annette von Droste Hülshoff zeitweilig gelebt.

Nach zwei Stunden Burgbesichtigung werden die Beine langsam müde.  Von der Oberstadt führen Treppen hinunter zum Hafen, zur Promenade.

Auch am Dienstag spielt das Wetter mit - feinster Sonnenschein, der uns erlaubt, die morgendliche Tasse Kaffee draußen vor dem Womo zu trinken.  Nach dem Fruhstück folgt ein ausgedehnter Spaziergang - zueerst zum Friedhof, um die Grabstätte der Dichterin zu betrachten, anschließend auf dem sog. "Höhenweg" durch die Weinberge des Ortes, hinunter zum See (Picknick auf einer Bank am Ufer) und zurück zum Hafen.

Mittwoch, 18. März

 

 

Die Nachrichten im TV und im Radio werden langsam immer bedrohlicher, was die Ausbreitung und die Intensität des Covid 19 Virus betrifft. Sollen wir den Kurzurlaub bei diesem schönen Wetter noch ausdehnen oder ...?  Wir entscheiden uns dafür, die Heimreise anzutreten und lenken den Carthago gen Norden.  Tübingen liegt auf unserem Weg!  Am frühen Nachmittag ist diese berühmte Universitätsstadt erreicht und  am Neckarufer nach langem Suchen eine Parkmöglichkeit gefunden.  Mit Rucksack und Kamera bepackt lasse ich mich von Christina durch die Altstadt führen.  Viele Geschäfte sind bereits wg. der allgemeinen Warnungen geschlossen, aber ein Eindruck von diesem mittelalterlichen Ambiente können wir dennoch gewinnen. Sogar den steilen Weg hinauf zur Schlossanlage nehmen wir in Angriff - belohnt werden wir mit einem tollen Ausblick über die Stadt und das Umland.

 

Der Campingplatz in Tübingen hat geschlossen. Einen Stellplatz gibt es nicht. Wo also sollen wir übernachten?  In Herrenburg, 14 km westlich von Tübingen scheint es einen Womo-Stellplatz direkt am Neckar zu geben.  Klein, aber fein - mit Strom und Entsorgungsanlage.

 

Donnerstag, 19. März

 

Heute geht die Fahrt weiter nach Norden, vorbei an Stuttgart bis in die Gegend von Heidelberg. Eigentlich möchten wir uns Heidelberg auch anschauen, aber es findet sich kein Stellplatz,  In Neckargmünd soll es einen schönen Campingplatz am Neckar geben - leider geschlossen.

Wir folgen dem Lauf des Neckar und landen am Nachmittag in Eberbach - ein kleines Städtchen, mittelalterlich geprägt und mit einem Parkplatz für max. 4 Womos direkt am Neckarufer.

 

Freitag, 20. März

 

Heimreise!