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Goethe und Herder

Weimar  -  Tag 2

Wir beginnen mit dem Klassiker:  Goethe- Wohnhaus mit angrenzendem Goethe-Museum. Mehr als zwei Stunden schauen wir uns die Originalzimmer und Möbel an, verweilen im Garten, den Goethe so geliebt hat. Interessant ist die Holztreppe, die in die Wohnung führt: flache Stufen, aber dafür tiefe Stufen hat sich der Dichter extra anfertigen lassen, nachdem er diese  Art Treppenbau in Italien gesehen hat   (er muss wohl große Füße gehabt haben). Wie wird man an der Türschwelle  begrüßt?  "Salve" !  Goethes Schlafzimmer mit Bett und Sessel ist noch originalgetreu. Hier starb der Dichterfürst am 22. März 1832  - nicht im Bett liegend, sondern im Sessel sitzend.

Anschließend  lassen wir uns im Museum von der Aufarbeitung des Lebenswerks  in den Bann ziehen. Literatur, Malerei, Geographie, Farbenlehre, Astronomie ... ein Universalgelehrter.

 

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh' ich nun, ich armer Tor,
Und bin so klug als wie zuvor!
Heiße Magister, heiße Doktor gar,
Und ziehe schon an die zehen Jahr'
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum -
Und sehe, daß wir nichts wissen können!

 

 

 

Wofür bleibt nun noch Zeit?  Knapp einen Kilometer entfernt stoßen wir auf den Herderplatz mit der sog. Herderkirche. Eigentlich heißt sie St. Peter und St. Paul Kirche, aber Herder scheint in diesem Ensemble alles zu dominieren. Sein Denkmal bestimmt diesen Platz. Johann Gottfried Herder kam 1776 nach Weimar, und zwar auf Vermittlung von Goethe.  Protektion gab es wohl schon ewig. Das  Herderhaus (hier zog der neue Oberhofprediger im Jahr 1776 mit seiner Familie ein), das Alte Gymnasium (Herder war oberster Schulherr des Landes und zugleich Direktor der Schule),  der Herder-Brunnen und das Deutschritterhaus sind allemal sehenswert.

Die "Herderkirche", die Stadtkirche St. Peter und St. Paul,  sollte man sich auf jeden Fall ansehen. Der Flügelaltar mit seinem dreiteiligen Altarbild stammt von Lucas Cranach d.Ä. bzw. wurde von dessen Sohn vollendet. Anna Amalia wurde 1807 in der Stadtkirche beigesetzt und auch Cranach selber fand später hier seinen Platz. Über das imposante Taufbecken wurden auch zwei Söhne Bachs gehalten.   Man sieht - alles in Weimar ist äußerst geschichtstträchtig.

Übrigens - heute ist der 10. Juni. Die Zwillinge haben Geburtstag - vor 39 Jahren kamen sie auf die Welt. Das kann ja gar nicht wahr sein!

Wie können wir den Geburtstag feiern? Wir gehen heute Abend schön essen, in das Restaurant "Anno 1900", unweit des Goethe-Platzes. Dieses Restaurant wurde uns von einer ausgewiesenen Weimar Kennerin empfohlen, nämlich unserer Schwiegertochter, die an der Bauhaus Universität studiert und mehrere hier verbracht hat.. Und wir sind nicht enttäuscht.

Hier haben wir den Abend verbracht:

 

http://anno1900-weimar.de/