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Herzogin Anna Amalia Bibliothek und KZ Buchenwald

Weimar   Tag 3

Heute Mittag wollen wir die Stadt Weimar verlassen, aber nicht, ohne eine der bedeutendsten Sehenwürdigkeiten zu besuchen.

Unser Reiseführer "Welterbestadt Weimar" aus dem Schmidt-Verlag schreibt: "...An keinem zweiten Ort fühlt man sich dem "geistigen Kosmos" einer ganzen Epoche so nahe wie in dieser Bibliothek. Das Interesse an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist ungebrochen."  Der Einlass in das "Grüne Schloss" ist auf täglich 70 Karten limitiert, umso froher sind wir,  trotz einer Wartezeit von 1 1/2  Stunden noch ein Ticket erstehen zu können. Wie verbringen wir die Wartezeit?  Ein Cappucino  bei "Resi", dem Residenz-Cafe unweit des Schlosses (ebenfalls eine Empfehlung unserer Weimar-Expertin) lässt uns die Zeit überbrücken.

Staunend, bewundernd betreten wir den Rokokosaal und betrachten diese Ansammlung von Literatur und Kunst. Von den Schäden aufgrund des verheerenden Brandes im Jahr 2004 ist kaum etwas zu bemerken. Goldene Verzierungen, hohe Regale, Portraits der Dichterfürsten!

Unten im Erdgeschoss informiert eine Ausstellung über die Restaurierungsarbeiten, sowohl des Gebäudes als auch insbesondere der Restaurierung tausender Bücher.

 

Fast drei Tage haben wir Weimar besichtigt, wortwörtlich "mit dem Rad erfahren", Vieles haben wir noch nicht sehen, z.B. das Bauhaus Museum, das Schiller-Wohnhaus, es bleibt noch die Aufarbeitung der "Weimarer Republik".

 

Am Nachmittag bewegen wir das Womo zehn Kilometer nach Norden zur Gedenkstätte Buchenwald. Auf dem Ettersberg hoch über der Stadt befand sich von  1937 bis 1945  das größte Konzentrationslager Deutschlands. Mehr als 50000 Häftlinge kamen ums Leben, Tausende wurden auf Todesmärsche geschickt. Viele schufteten für die Rüstungsindustrie bis sie starben, es gab Massenerschießungen und medizinische Experimente.

Am 11. April 1945 erreichten die Amerikaner das Konzentrationslager und befreiten die noch letzten Gefangenen. Die Außenanlagen sind zu besichtigen, eine Dauerausstellung informiert über das Grauen. Im Infocenter erhalten wir eine Broschüre, sodass wir uns beim Rundgang orientieren können. Das Wetter - es nieselt, alles ist grau in grau -  passt zu der Stimmung, die sich mittlerweile einstellt. Äußerst interessant, äußerst bedrückend auch die Dauerausstellung "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 - 1945". 

 

Nach einer ruhigen Nacht, wir sind das einzige Womo, weckt uns die Sonne schon am frühen Morgen und heitert die doch recht trübe Stimmung des gestrigen Abends auf.

1958 wurde unweit des Konzentrationslagers ein gigantisches Mahnmal mit Glockenturm errichtet.