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Wie kann man drei Dörfer verschwinden lassen?

Samstag, 8. Mai

Heute ist ein Reisetag.

Aber vorher  wollen wir noch die Duschen dieses CP´s  nutzen – endlich einmal Duschen ohne die Arme anlegen und zwischen den Wassertropfen hin und her hüpfen zu müssen. Sehr gut.  An der Rezeption zahlen wir 20 € pro Nacht und starten gen Frankreich. Quer durch Luxemburg (noch einmal billigen Diesel tanken), vorbei an Metz und Nancy steuern wir unser heutiges Ziel an und beantworten damit gleich die Eingangsfrage nach den drei verschwundenen Dörfern:  man flutet ein Tal, überflutet die Dörfer und schafft so den größten Stausee Frankreichs. Wir fahren zum Lac du Der.  Ein gewaltiger Stausee – konzipiert als Freizeit- und Erholungsprojekt. Der Yachthafen am Südufer, unweit  des Dorfes  Giffaumont, bietet zwei Wohnmobilplätze an.  Beide sind stark frequentiert, jedoch finden wir noch eine letzte Parzelle. Wir gewinnen den Eindruck, dass sämtliche Womofahrer Frankreichs unterwegs sind – das erste Mal seit dem fünfwöchigen harten Lockdown.

 

Gegen 14.00h erreichen wir nach 370 km den Stellplatz, gönnen uns ein Willkommensgetränk und starten zu einer Radtour, um die Gegend zu erforschen.

 

Was gibt es noch zu erwähnen? Wurden wir bei der Einreise nach Frankreich kontrolliert?  NEIN.  Eine Lichtanzeige auf der Autobahn weist lediglich auf die Notwendigkeit eines PCR Tests hin.

 

Sonntag, 9. Mai

Früh sind wir heute auf den Beinen – naja, erst einen Kaffee und dann auf den Beinen. Der „rollende Bäcker“ kommt gegen 9.00 h auf den Stellplatz und Dieter ersteht das erste französische Baguette und die ersten beiden Croissants! 3,30 €  da kann man nicht meckern.

 

Das Frühstück bereiten wir allerdings später auf einem durchaus schönen Autobahnparkplatz zu. 330 Kilometer wollen heute bewältigt werden. Über Chaumont, vorbei an Dijon (wollen wir demnächst einmal besichtigen), verlassen wir die Autobahn schon wieder bei Nuits St. Georges,  um das berühmte Burgund Weinanbaugebiet  auf kleinen Nebenstrassen zu durchqueren. Route des Grands Crus  steht auf den Strassenschildern.  Ein Weingut nach dem anderen, ein Dörfchen nach dem anderen! Und immer wieder große Weiden mit den bekannten, berühmten Charolais Rindern.  Natürlich darf auch ein Storch nicht fehlen.

 

 

Irgendwann erblickt Dieter das Schild „Taize´“. Christina wird hellhörig und will unbedingt das Dorf  mit der gleichnamigen religiösen Gemeinschaft ansteuern. Jugendliche aus der ganzen Welt kommen hier zusammen und zelebrieren ihren Glauben, singen, beten.

 

Nur neun Kilometer weiter erreichen wir das heutige Tagesziel, Cluny!  Wofür ist Cluny berühmt? Die Benediktinerabtei mit der größten  christlichen Kirche wurde hier im 9. Jahrhundert erbaut.

Was unbedingt noch erwähnt werden muss:  kurz bevor wir auf die Autobahn bei Chaumont  stoßen, durchfahren wir das Dorf Clairvaux.  Bernhard von Claivaux (12. Jhdt.)  gilt als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienser Ordens, für dessen Ausbreitung über ganz Europa er verantwortlich war. Mit seinen Predigten entfachte er eine ungeahnte Begeisterung für die Kreuzzüge.

 

 

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