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Wie kommt die Farbe Ocker in den Malkasten?

 

Donnerstag, 13. Mai

 

Die Antwort auf diese Frage erhoffen wir uns in Roussillon, unserem heutigen Tagesziel. Warum gerade hier?  Wegen der Steinbrüche, in denen schon seit Jahrhunderten Ocker abgebaut wurde!  Außerdem gehört Roussillon zu den hundert schönsten Dörfern  Frankreichs, „une des plus belles villages de la France“.

 

Die Fahrt nach Roussillon dauert gar nicht lange, vom Pont du Gard ca. 40 Kilometer gen Osten nach Avignon. Hier fahren wir mitten durch die Stadt, stets an der noch bestens erhaltenen Stadtmauer entlang. Nach weiteren 30 Kilometern auf einer gut ausgebauten Route Nationale sehen wir Roussillon auf dem Berg thronen.  Welchen Fehler haben wir bei unseren Überlegungen begangen? Heute ist Christi Himmelfahrt und wie in Deutschland ein offizieller Feiertag. Außer uns scheint noch halb Frankreich auf dem Weg zu sein!  Ein Parkplatz, auf den unser Womo passt, ist ca. drei km entfernt.  Also kommt heute der Roller zum Einsatz!  Im Dorf selber gibt es kein Durchkommen – einen Parkplatz für den Roller finden wir jedoch.

 

Hier ein kurzer Auszug aus einem Internetreisebericht: „Sehenswert: die Stufengassen im alten Dorfkern, Gewölbegänge, schöne Häuser aus dem 17. und 18. Jh., romanische Kirche Saint-Michel (11. Jh.) mit schöner Fassade aus dem 17. Jh., an einem Felsen, von dem man einen wunderbaren Rundumblick hat, mit Orientierungstafel, Uhrturm mit schmiedeeisernem Glockenaufsatz, zum Teil wiederaufgebaute Ringmauern, Reste einer Burg aus dem 10. Jh., die in andere Gebäude integriert wurden“

 

Im Folgenden einige Fotos:

 

 

 

Es gäbe in Roussillon auch die Möglichkeit (gegen Gebühr) den sog. „Ockerweg“ zu gehen, einen ca. einstündigen Rundweg durch die Ockerbrüche.  Die endlos lange Schlange an der Kasse jedoch schreckt uns ab.  Ebenso schreckt uns die Schlange an der Eisdiele ab! Das Wort "distance" wird heute aus dem Vokabular gestrichen!

 

Eine Randbemerkung zum heutigen Corona-Verhalten:  Das vorgeschriebene Maskentragen „porter un masque  scheint sehr individuell umgesetzt zu werden.  Die meisten Besucher tragen die Maske vorschriftsmäßig, bei einigen rutscht sie unterhalb der Nase,  andere wiederum tragen sie elegant unter dem Kinn und die ganz Fortschrittlichen tragen die Maske leger in der Hand. 

 

 

Roussillon werden wir uns irgendwann mal in Ruhe ansehen, nun setzen wir unsere Reise fort und wollen uns dem Mittelmeer nähern.  Wir sind übrigens schon in der Provence – die unzähligen Lavendelfelder lassen keinen Zweifel aufkommen.  In Greoux les Bains suchen wir den Stellplatz auf, installieren das Womo und finden nach einigem Hin und Her ein Eckchen, wo die Satellitenübertragung möglich ist. Warum benötigen wir heute TV?  Pokalfinale! Der BVB wird verdientermassen Pokalsieger!

Dieser Stellplatz ist wohl ein ehemaliger Campingplatz, er hat alle Einrichtungen, die allerdings in die Jahre gekommen sind. Was jedoch  auf neuestem Stand  ist, ist der  elektronisch geregelte Eingangsbereich, der uns mit einer Doppelschranke vor einige Probleme stellt. Freundliche, hilfsbereite Franzosen helfen uns weiter. Insgesamt strahlt der Stellplatz einen typisch französischen Charme aus. Unsere französische Nachbarin zeigt uns stolz die Satelleiten- / Fernsehanlage ihres Kastenwagens.