Kurztripp:         Sylt, Kappeln an der Schlei, Nord-Ostsee-Kanal  und Worpswede, das Künstlerdorf bei Bremen

 

Dienstag, 28. Juni

Gegen 11.00h verlassen wir Havixbeck im Müsterland, tanken zum ersten Mal nach langer Zeit wieder teuren 2€ Diesel und steuern auf der A1 gen Norden. Es gibt keine Staus, kaum Baustellen und so sind die 220 Kilometer bis Butjadingen / Burhave rasch bewältigt. Der Knaus Campingpark bietet vor seinen Toren einen Wohnmobilstellplatz an – mit 22 € nicht gerade günstig, aber direkt am Wasser, kein Deich verhindert den Blick auf das gegenüber liegende Bremerhaven.

Das Wetter spielt mit, wir können die Liegestühle aus der Garage holen und den Nachmittag vor dem Womo genießen.

Mittwoch 29. Juni

Eigentlich wollen wir ja heute unsere Reise Richtung Sylt fortsetzen, allerdings gefällt es uns auf dieser Wiese recht gut, so dass wir entscheiden, die gesamte Gegend einmal kennen zu lernen und mit dem Motorroller zu erkunden. Also geht es nach dem Frühstück los: zuerst zum drei Kilometer entfernten Fedderwardersiel mit dem Krabbenkutterhafen, dann über Langwarden - stets entlang des Deichs – nach Tossens. Auch Tossens ist von der Größe her recht überschaubar, bietet aber jedoch einen Camping- bzw. Stellplatz vor dem Deich. Weiter geht unsere Runde nach Eckwarderhörne, hier startet eine Fähre nach Wilhelmshaven. Der Jade -Weser Port ist gut zu erkennen.

Zurück nach Burhave – insgesamt hat der Motorroller 60 Kilometer zurück gelegt.

Wird heute Abend noch gekocht? Nein! In Fedderwardersiel hatten wir im Hafen ein Fischrestaurant gesehen, das mit einer klassischen Fischplatte ( drei Filets, Bratkartoffeln und Salat ) lockt.


 Donnerstag, 30. Juni

Relativ früh sind wir nach dem morgendlichen Kaffee startklar, bewegen den Carthago durch den Wesertunnel und steuern Wischhafen an. Wie schon vor zwei Jahren wollen wir wieder die Fähre nach Glückstadt nehmen, wie schon vor zwei Jahren haben wir etwa eine Wartezeit von einer Stunde. Ein leckeres Müsli Frühstück verkürzt die Wartezeit und bald sind wir auf der Fähre. 28 Euro sind für die Überfahrt fällig.

Für die Übernachtung haben wir uns Friedrichstadt ausgesucht. Hier empfängt uns ein „Top Platz“, schön gelegen zwischen Eider, Altem Hafen und Altstadt. Es ist heute sonnig, richtig heiß, so dass wir die Markise ausfahren und den frühen Abend für die obligatorische Stadtbesichtigung abwarten.

 .... Am 24. September 1621 wurde der Grundstein für das erste Haus Friedrichstadts gelegt. Auf Einladung des Gottorfer Herzogs Friedrich III. Erbauten niederländische Glaubensflüchtlinge an Eider und Treene eine neue Stadt. Die Lage an zwei Flüssen war wür Handel und Wandel ideal. Die Straßen wurden im rechten Winkel angelegt, mit einem großen Marktplatz im Zentrum. Friedrichstadt entwickelte sich schnell zu einem wirtschaftlichen Mittelpunkt der Region....“

so lautet es in der Broschüre der Tourist-Info.

Wir finden ein nettes kleines Städtchen vor, von Grachten durchzogen, mit typisch holländischen Häusern.


 Freitag, 1. Juli

Wir verlassen den Stellplatz in Friedrichstadt gegen 10.00h, nutzen die Ent- bzw. Versorgungsmöglichkeiten und steuern am Ortsende den Edeka Supermarkt, um einige Lebensmittel für das Wochenende zu bunkern.

Das Navi zeigt 110 km bis zu unserem heutigen Ziel, der Insel Rømø, an. Den dortigen Stellplatz haben wir schon vor zwei Jahren kennen gelernt und waren schon damals begeistert. Wir hätten nicht später (14.00h) kommen dürfen, denn nur noch wenige Stellplätze sind frei. Wie verbringen wir den Nachmittag? Im Liegestuhl vor dem Womo, um die Restsonne zu genießen, ein kleiner Spaziergang um die Stellplatzanlage, lesen, TV schauen.


Samstag, 2- Juli

Unsere Sylt Fähre ist für 11.30h gebucht, also können wir es morgens ruhig angehen lassen. Der morgendliche Kaffee darf / kann nur in Ruhe genossen werden. Bis zum Fährhafen sind es lediglich zwei Kilometer – also – alles kein Problem. Das Beladen der Fähre verläuft wie stets professionell und nach 40 Minuten rollen wir von Bord und steuern in List den erstbesten Parkplatz an. Bei GOSCH wollen wir uns mit diversen Fischspezialitäten für den Abend versorgen. Zwölf Kilometer weiter erreichen wir in Wenningstedt den dortigen Campingplatz, installieren uns auf der Parzelle 186 – nicht schlecht getroffen. Der Urlaub kann beginnen, zumal die Sonne hinter den Wolken hervor lugt! Ein kleiner Aperitif und die mittags bei GOSCH gekauften Leckereien stimmen uns auf den Abend ein. Im TV läuft das Konzert der Berliner Philharmoniker in der Waldbühne – ergreifend, beeindruckend, unterhaltsam!

Sonntag, 3. Juli

Die Sonne weckt uns schon früh morgens – genauso haben wir es erhofft. Nur schnell die Markise ausfahren, damit die schon kräftigen Sonnenstrahlen den Kühlschrank nicht durcheinander bringen.

Frühstück bei Sonnenschein – was will man mehr? Danach kann man nur noch ausruhen, ausruhen und ausruhen.

 

Christina entdeckt in einem Programmhaft, dass in List ein Flohmarkt stattfindet – das ist doch was für uns. Der Motorroller bringt uns in wenigen Minuten in die nördlichste Stadt Deutschlands, wir spazieren entlang diverser Stände und lassen uns später in einem Bistro nieder – ein Glas Weißwein, ein Bier und … Leute schauen.

Heute steht kein GOSCH auf dem Speiseplan, sondern die Reste der Spaghetti Bolognese von vorgestern, natürlich verfeinert mit frischen Zutaten.

 Montag, 4. Juli

Während Christina ihrer morgendlichen Routine mit den Nordic Walking Stöcken nachkommt – 1 Stunde Strandspaziergang bis Wenningstedt und zurück - richtet Dieter das Frühstück her. Das Wetter kann man als Sonne / Wolken Mix bezeichnen, nicht warm, nicht kalt - durchaus sommerlich.

Am frühen Nachmittag setzen wir den Motorroller in Bewegung, um die Promenade von Wenningstedt zu frequentieren, außerdem müssen noch einige Zutaten für das abendliche Grillen besorgt werden. Lammlachs mit Ratatouille steht auf dem Programm. Draußen vor dem Womo essen?  Keine Chance!   Ein heftiger Gewitterschauer treibt uns ins Wageninnere – Fleisch und Gemüse sind gerettet.

Dienstag, 5. Juli

Eine Rollertour nach Keitum, das bilderbuchartige alte Kapitänsdorf. Wir schauen uns zuerst die schlichte St. Severins Kirche an. Warum? In drei Tagen wird hier geheiratet – unser Finanzminister gibt seiner Partnerin das Ja-Wort. Natürlich werfen wir auch einen Blick auf das 5* Hotel St. Severins, in dem ein Großteil der politischen Prominenz nächtigen wird.

In Westerland wir heute Nachmittag auf der Promenade das traditionelle „Weinfest“ eröffnet. Auch dieses Ereignis lassen wir uns nicht entgehen, zumal die Sonne scheint und wir einen freien Tisch in einer Strandbar finden.

Mittwoch, 6. Juli

Sollen wir heute draußen vor dem Womo frühstücken, oder lieber drinnen, windgeschützt, den Tag beginnen?  Wir entscheiden uns für draußen.

Entgegen des Wetterberichts ist der Sonne / Wolken Mix relativ stabil. Wir können also den ganzen Vormittag im Liegestuhl die Sonne genießen. In der Mittagszeit folgt ein Strandspaziergang ( 300 m durch die Dünen auf einen perfekt ausgebauten Holzsteg) zu „Onkel Johnny´s Strandbar."

Für heute Abend sind wir in Westerland  mit Freunden aus Recklinghausen verabredet – das Weinfest lockt. Mehrere Flaschen Grauburgunder wechseln den Besitzer, Krabben- und Matjesbrötchen sorgen für das leibliche Wohl. Was uns Sorgen bereitet, ist das Wetter. Dichte Wolken, einsetzender Regen – aber es nützt nichts: wir müssen mit dem Motorroller wieder zurück nach Wenningstedt. Kann man auf einer drei Kilometer Strecke klitschenass werden? Ja, man kann!

Wie gut, dass die Heizung im Womo funktioniert und schnell eine wohlige Wärme verströmt.

 

Donnerstag, 7. Juli    -     Samstag, 9. Juli

Es hat die ganze Nacht geregnet und gestürmt. An ein Frühstück im Freien ist nicht zu denken. Das Wetter ist „gemischt“ - Sonne, Wolken, Wind … und stets die Angst vor einem Wolkenbruch.

Aber wir müssen doch etwas unternehmen! Ein Besuch der berühmten „Kupferkanne“ soll es sein. Sylts wohl bekanntestes Ausflugs Cafe´ mit dem ebenso berühmten Blechkuchen. Mit dem Motorroller sind es keine zehn Minuten, bis wir die „Kupferkanne“ erreichen. Auf der Hauptstraße in Kampen rechts abbiegen, noch knapp 1 Kilometer den Schildern folgen, Richtung Wattenmeer. Ja, was erwartet uns? Eine ca. zwanzig Meter lange Schlange am Eingang – wir sind wohl nicht die Einzigen, die diese Idee bei diesem Wetter haben. Aber so eine lange Schlange? Nein, nichts für uns. Wir folgen den Hinweisen „Direktverkauf“ und kaufen leckeren Kirsch- bzw. Apfelkuchen zum Verzehr im / am Wohnmobil.

Wind und Wolken lassen nicht nach. Also windfest anziehen und der Promenade von Wenningstedt einen abendlichen Besuch abstatten. Sollen wir heute Abend mal bei GOSCH essen, die „Fischplatte“ wird so gelobt? Nun ja, draußen essen geht bei diesem Wind nicht und drinnen? Jeder Tisch besetzt, und niemand, wirklich NIEMAND, trägt eine Maske. Auch das ist nichts für uns.


Samstag, 9. Juli

Die Woche auf dem Campingplatz endet heute. Die Fähre ist für 10.30h gebucht.

Recht früh verlassen wir den CP, nutzen die Tankstelle am Ortsanfang von List (Diesel 1.97€) und decken uns, bevor es auf die Fähre geht, noch einmal bei GOSCH mit einem Sortiment „Canape´s ein. Dänemark mit der Insel Rømø erreichen wir nach 40 Minuten. Nun noch 80 Kilometer in östliche Richtung, an die Ostküste Dänemarks. Das kleine Städtchen Haderslev bietet uns einen schönen Stellplatz im örtlichen Yachthafen am Fjordende – ansonsten bietet es es uns nicht viel, wie wir bei einem Spaziergang feststellen. Am Samstag Nachmittag sind die sprichwörtlichen Bürgersteige hochgeklappt. Selbst das architektonische Kleinod, der Dom "Vor Frue Kirke" ist verriegelt.


 Sonntag, 10. 7. - Montag 11. 7.

Zwei Tage in Kappeln an der Schlei.  Die dänisch-deutsche Grenze ist schnell erreicht, Flensburg durchquert und dann ist es nicht mehr weit bis Kappeln an der Schlei. Hier waren wir schon vor zwei Jahren, es hat uns gut gefallen - also warum nicht wieder dorthin?

Auf dem Stellplatz am Hafen hat sich einiges getan. Eine neue Zufahrt ist eingerichtet, wir müssen also nicht mehr auf der Hafenpromenade  durch die Menschenmenge. Weiterhin gibt es ein neues Sanitärgebäude mit Kassenhäuschen, eine neue Entsorgungsstation sowie zusätzliche Stellplätze auf einem Plateau mit Blick auf Wiesen und Hafen.  Hier richten wir uns für die kommenden zwei Tage ein.

Eigentlich ist die Flaniermeile recht nah, aber da Dieter immer noch nicht gut zu Fuß ist, wird der Motorroller aktiviert. Viele Leute sind heute Nachmittag unterwegs, lassen es sich in den Restaurants und Bars "gut gehen". Die berühmte Klappbrücke über die Schlei versieht "pünktlich um viertel vor" ihren Dienst, der Heringszaun, Kappelns Wahrzeichen, ist in der Schlei Mitte gut zu erkennen.  

Den Montag nutzen wir zu einer längeren Tour mit dem Motorroller - es geht auf die andere Seite der Schlei, der Geltinger Bucht mit dem Städtchen Maasholm. Den Ausgangspunkt unserer Tour bildet allerdings die Touristinformation von Kappeln in der bekannten "Mühle Amanda". 1888 errichtet, 32 Meter hoch, wird sie oft als das Aushängeschild der Stadt bezeichnet. Wir decken uns in der Info mit zahlreichen Prospekten ein und machen uns auf den Weg nach Maasholm.  Natürlich schauen wir uns nicht nur den dortigen Wohnmobil Stellplatz an, wir genießen die Hafenatmosphäre mit den Fischerbooten.

Zurück in Kappeln darf ein Spaziergang durch die Innenstadt mit den zahlreichen Geschäften und  Boutiquen nicht fehlen.  Wir bestaunen das Rathaus und natürlich die St. Nicolai-Kirche, ein Backsteinbau aus dem späten 18. Jahrhundert. Der Turm mit grüner Kuppelhaube, Laterne und Wetterfahne prägt das Stadtbild. 


Dienstag, 12. Juli

Wir hatten schon öfter vor, das Städtchen Schleswig, am Ende der Schlei, zu besuchen. Früh, so gegen 11.00h steuern wir den Stellplatz im Hafen an, jedoch - für uns ist keine Parzelle frei. Der Stellplatz ist voll belegt! Also – neues Ziel: Große Schiffe am Nord-Ostsee Kanal gucken! Der Wohnmobil Stellplatz in Schacht-Audorf ist dafür ideal.


Mittwoch, 13. Juli

Stade im „Alten Land“ ist das heutige Ziel, knapp 120 Km entfernt. Keine zwei Stunden hat das Navi dafür vorgesehen, jedoch … Stau auf der A7, Umleitung über die Dörfer. Schließlich erreichen wir den Wohnmobil Stellplatz von Stade gegen 14.00h.

Wir richten uns ein, ruhen uns aus und schauen die 11. Etappe der „Tour de France“ am TV. Bergetappe in den französischen Alpen, „Col de Telegraphe“ und „Col de Galibier“ - da kennen wir uns aus! Erst im vergangenen Jahr haben wir diese Etappe bewältigt (natürlich nur mit dem Womo, nicht mit den Rad) und in Valloire übernachtet.

Stadtbesichtigung von Stade an frühen Abend. Welch interessantes kleines Städtchen. Hansestadt! Gassen und Häuser aus dem 17. Jahrhundert. Restaurants, Bars und Sonnenschein am Alten Hafen.    Hier ein Auszug aus der Homepage der Stadt:

 

Ein Streifzug durch die Altstadt ist ein Streifzug durch die Geschichte. Wasser spielt in Stade die Hauptrolle: So auch am Alten Hansehafen, neben den vielen schmucken Bürgerhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Einer der schönsten Plätze ist sicherlich der Fischmarkt mit seinem rekonstruierten Holztrenkran, umrahmt von Kaimauern und herrlichen Fachwerkhäusern.

Weiter geht der Weg an dem barocken Turm der St. Cosmae-Kirche vorbei zum Rathaus, dessen gotische Kellergewölbe den großen Brand von 1659 überstanden haben. Das Rathaus selbst ist ein von der niederländischen Renaissance und vom Frühbarock geprägter Backsteinbau. Ganz in der Nähe liegt der Pferdemarkt mit dem Zeughaus aus dem 17. Jahrhundert in der Mitte.


Donnerstag, 14. 7. - Freitag, 15. 7.

Kommenden Samstag wollen wir wieder zu Hause sein, wo also sollen / wollen wir die  nächsten beiden Tage verbringen? Ein lang gehegter Wunsch lässt sich heute realisieren:   Worpswede, nur 70 Kilometer von Stade entfernt, ist unser Ziel für die kommenden zwei Tage. Worpswede, das „Künstlerdorf“, die „Künstlerkolonie“.    Und einen tollen Übernachtungsplatz gibt es auch, nämlich den "Hammehafen", ca. drei Kilometer vom Ortszentrum entfernt. 

Mit dem Motorroller nach / durch Worpswede

Zuerst zur Tourist Info in der Dorfmitte, wo wir mit Stadtplan und diversen  Informationen  für diverse Wanderrouten versorgt werden. Wandern wollen wir noch nicht (aus Respekt vor Dieters neuem Kniegelenk), aber mit dem Motorroller können wir einige Ziele, einige Museen, einige Wohnhäuser der Worpsweder Künstler abfahren.

Während Dieter  sich bei einem Cappuccino im Cafe´ Scheibner ausruht, hat Christina noch ausreichend Energie, um das Modersohn - Haus samt angeschlossenem Museum zu besuchen.  Bleibt abschließend die Aufgabe, das Grab von Paula Modersohn-Becker auf dem ortsnahen Friedhof zu finden.